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Beziehung

Das Phantom der Opfer

 März 28, 2020

By  Christian Killinger

​Bitte lies diesen Beitrag nicht, wenn Du weiterhin bequem in der Opferrolle bleiben willst und die Verantwortung für das Gelingen Deiner Beziehung nicht bei Dir siehst!!!

Erika

Vorweg - ja es gibt Beziehungen, die einfach grausam und ungesund sind. Wenn Du in solch einer Beziehung bist, würde ich empfehlen, schnellstens Hilfe in Anspruch zu nehmen oder das Weite zu suchen!

Aber...

The Phantom of the opera is here - inside my mind!

Manchmal frage ich mich wirklich, ob wir einen freien Willen haben? Einen freien Willen, zu wählen, was wir tun, wo wir arbeiten, mit wem wir uns umgeben, mit wem wir in Beziehung sind und vor allem, wie?

Ich glaube schon, daher stütze ich meine folgenden Betrachtungen auf einen bedauerlichen Einzelfall. Erika (Name geändert) spricht mit mir am Telefon über ihren Partner: „Heute haben wir wieder gestritten. Jeden Tag das Gleiche, aber er ändert sich einfach nicht. Manchmal glaube ich, er ist nur da, damit ich mich ärgere. Und wenn ich mich dann mal verteidige, dann ist er wieder gleich angefressen. Dabei hab ich ihm eh schon so oft gesagt, was er tun soll. Ich weiß nicht mehr weiter!“

Während ich den Ausführungen rücksichtsvoll lausche – übrigens, Erika und ihr Partner sind beide jenseits der 65 und dieses Spiel läuft seit vielen Jahren – möchte ich eigentlich schon losschreien: „Erika, bist du denn wirklich so verbohrt, dass du nicht auf den ersten Blick erkennst, was hier los ist? Was bist du bloß für ein Opfer? Das was du dir hier erzählst, ist ein sehr eingeschränkter Blick auf die Wirklichkeit. Du willst Veränderung? Dann verändere Dich! Niemand sagt Dir: Bleib! Niemand sagt Dir: Geh! Niemand sagt Dir: Ärgere Dich! Jetzt! Und dauernd! Übernimm bitte endlich Verantwortung! Für dich! Für deine Beziehung! Und komm mir ja nicht mit – Aber vom anderen kommt ja auch nichts! Nein – Du sollst beginnen! Heute! Aber du hast ja recht mit dem, was Du sagst, meinst du? Ja, in irgendeiner Welt hast du wohl recht. Aber deine Beziehung wird dadurch um nichts besser!“

Vielleicht meint ihr jetzt: „Christian, diese Ansicht ist aber schon etwas radikal, oder?“

Das ist durchaus möglich. Und doch liegt in dieser einfachen Entscheidung – in der Entscheidung Verantwortung übernehmen – ein Schlüssel zur Zufriedenheit.
Nicht jede Beziehung will gerettet werden, auch ein Neuanfang ist immer eine Option. Doch ich sage hier: Schöpfe erst mal Du all deine Möglichkeiten aus, probiere und experimentiere! Und öfter als Du denkst, wirst du von einem positiven Ergebnis überrascht sein! Du kannst dich heute dazu entscheiden, zu bleiben. Du kannst dich heute dazu entscheiden, etwas zu ändern. Du kannst dich heute dazu entscheiden, selbst ein liebevoller Partner zu sein!
Und gleich mal als Tipp: Verwechsle das hier nicht mit dem Positiv-Denken-Ponyhof. Wenn etwas mistig ist wird’s auch nicht besser, wenn‘s rosa ist!

Die Konstruktion Deiner Wirklichkeit

Die Lösung liegt in der Konstruktion deiner Realität. Ja klar, dein Partner spiegelt dir wie kein anderer deine Schwachpunkte. Er weiß, welche Punkte er drücken muss, damit du auf 180 kommst. Aber – er ist nur der Auslöser, nicht der Verursacher. Die Wahrheit liegt in Dir. Und das ist auch das Schöne daran – es ist ein unglaublich guter Boden für dein eigenes Wachstum. Ich wiederhole – dein Wachstum, nicht das deines Partners.
Solange deine Gedanken um die Schwächen und Fehler deines Partners kreisen, beraubst du dich all deiner Möglichkeiten. Deine Gedanken werden dich unweigerlich in einen Abwärtsstrudel treiben. Dein Partner ist zu einem großen Teil eine Projektion. Eine Projektion deiner Gedanken, Einstellungen, Wünsche, Ängste und Erwartungen. All das was du an Negativem erwartest, wirst du auch in deinem Partner finden. 
Wie kannst du deine 100% Verantwortung übernehmen?
Wenn du dir diese Frage gestellt hast, bist du bereits einen großen Schritt weiter. An dieser Stelle habe ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die Gute: „Es wird sich für dich auf jeden Fall lohnen“! Jetzt kommt die Schlechte: „Es wird verdammt schwer!“

Du kannst heute beginnen!

​Doch du kannst heute beginnen.
Du kannst heute beginnen, keine Schuldigen mehr zu suchen. Die Schuldfrage hilft nicht weiter.
Du kannst heute beginnen, aktiv zu sein. Der alte Spruch – auf eine Aktion des Partner folgt eine Reaktion von dir, führt dich nur in die Opferrolle. Lass auf jede Aktion des Partners eine liebevolle und wertschätzende Reaktion von Dir folgen. Du kämpfst ja nicht gegen jemand, sondern du bist in einem Spiel des Lebens mit jemanden, den du liebst! 
Jetzt fragst du sicher: „Wie kann denn das gehen, wenn ich mich nicht mehr verteidigen kann. Dann soll ich trotzdem gute Miene zum bösen Spiel machen?“ Meine Antwort: „Wenn dir die Beziehung wichtig ist und du mit alten Mustern brechen willst, dann mal vorläufig JA! Wenn es nach einiger Zeit zu keiner Verbesserung geführt hat, dann kannst du dich ja über mich ärgern und mir die Schuld geben! Aber deine alten Muster haben Dich nur dahin gebracht, wo Du jetzt bist. Wenn Du woanders hinwillst, musst Du mal was anderes ausprobieren.
Wenn dir dein Partner etwas an den Kopf wirft, worüber du dich früher geärgert hast, probiere einfach mal die Wunderfrage der Beziehung: „Schatz, worum geht es dir gerade wirklich?“ Das zeigt Wertschätzung, es zeigt Respekt, es zeigt, dass es dir wichtig ist, diese fremdartige Insel namens Partner kennenzulernen. Am Anfang wird Überraschung und Sprachlosigkeit vorhanden sein – bei deinem Partner und auch bei dir - aber vielleicht gelingt es dadurch leichter einen Weg zu finden und eine Brücke zwischen zwei fremdartigen Inseln zu bauen. Kein verteidigen, kein rechtfertigen. Stell dich ungeschminkt, dem was kommt – es ist die Wahrheit deines Partners!

Und was bringt Dir das?

  • Du befreist dich dadurch von der Macht anderer über dich. Wer Verantwortung übernimmt, wird vom Opfer zum Gestalter.
  • Du hast immer mehrere Lösungsmöglichkeiten zum Probieren. Wenn eine nicht passt, vielleicht passt ja die Nächste. Oder die Nächste.​​​​
  • Wenn du verstehst, dass du der Konstrukteur deiner Beziehung bist, bekommst du augenblicklich mehr von dem, was du willst. Ich hoffe, es wird dich nicht weiter stören, dass du weniger von dem bekommst, was du nicht willst.​​​​
  • Kurz und bündig: Weniger Ärger, weniger Stress, bessere Gesundheit!

Ein kleiner Hinweis noch an dieser Stelle: Am Anfang kommt es hier schnell zu Erfolgen. Es beginnt, gut zu laufen. Das mit der Verantwortung ist wohl doch nicht so schwer. Im Hinterkopf hört man schon Freddy Mercurys Stimme, die zu „I am the Champion“ ansetzt! Ja, es ist wirklich nicht schwer, solange es gut läuft. Aber glaube mir, wenn die ersten kleinen Schwierigkeiten aus dem Weg sind, kommt ihr zur Essenz eurer Beziehung. Worum geht’s es uns wirklich? Was sind unsere Bedürfnisse? Was ist unsere Vision als Paar. Und dann wird’s wieder krachen! Allerdings diesmal, und das ist das Gute daran, auf einer ganz anderen, konstruktiven Ebene. Einer Ebene, die euch beide in andere Sphären eurer Beziehung katapultieren kann!

Und dann – ja dann entsteht einfach pure, unverfälschte Liebe!

Christian

Bildquellen

  • Stoppschild: Christian Killinger
  • Partner ändern: www.fotolia.de / © fizkes

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