Erste Hilfe für deine Beziehung

Masturbation trotz Beziehung. Das große Missverständnis.

Einer masturbiert heimlich, nachts oder wenn der andere nicht da ist. Der andere weiß es oder ahnt es, und stellt sich sofort eine Frage, die eigentlich nicht gestellt werden müsste: Bin ich nicht genug? Fehlt mir etwas, das der andere woanders sucht?

Meistens lautet die Antwort: nein. Und trotzdem ist Masturbation in festen Beziehungen eines der am häufigsten missverstandenen Themen, weil kaum jemand offen darüber redet, und wer nicht redet, fantasiert, oft in die falsche Richtung.

Wie verbreitet ist das wirklich?

Sehr. Studien zeigen, dass der Großteil der Männer und ein erheblicher Anteil der Frauen sich auch in festen, langfristigen Partnerschaften regelmäßig selbst befriedigen. Das ist kein Ausnahmefall, kein Geheimnis und kein Zeichen für eine unglückliche Beziehung. Das ist der Normalzustand. Er wird nur selten ausgesprochen.

Was Masturbation in einer Beziehung nicht bedeutet

  • Nicht, dass man den Partner nicht mehr attraktiv findet.
  • Nicht, dass man mit dem gemeinsamen Sex unzufrieden ist.
  • Nicht, dass man dabei an jemand anderen denkt oder denken will.
  • Nicht, dass es emotionaler oder körperlicher Betrug ist.
 Selbstbefriedigung ist eine eigenständige sexuelle Handlung. Sie gehört zum eigenen Erleben, unabhängig davon, ob man in einer Beziehung ist. Sie ist kein Ersatz für den Partner und keine Aussage über die Qualität der Beziehung. Sie ist einfach etwas anderes.

Wann kann Masturbation in einer Beziehung ein Signal sein?

Es gibt Situationen, in denen Masturbation nicht einfach Ausdruck der eigenen Sexualität ist, sondern auf etwas hinweist, das in der Beziehung nicht ausgesprochen wird. Das ist selten, kann aber vorkommen:

  • Wenn sie zum dauerhaften Ersatz für gemeinsamen Sex wird, weil die Begegnung mit dem Partner vermieden werden soll.
  • Wenn sie mit exzessivem Pornokonsum verbunden ist, der die Erwartungen an echten Sex verändert.
  • Wenn einer der Partner sich durch die Häufigkeit dauerhaft abgewiesen fühlt und dieses Gefühl nicht ausgesprochen werden kann.
In diesen Fällen ist nicht die Masturbation das Problem. Sie ist der Hinweis auf etwas anderes. Mehr zu einem verwandten Thema: Pornos in der Beziehung

Ein Gespräch darüber führen

Wenn Masturbation zum Thema geworden ist, sei es weil einer der Partner es entdeckt hat, weil es zur Spannung geführt hat oder weil es einfach nie besprochen wurde: Ein sachliches, ruhiges Gespräch außerhalb des Betts hilft mehr als Schweigen oder Vorwürfe. Ohne Anklage, ohne Ultimatum, mit echter Neugier auf das, was der andere erlebt.

Was dich gerade beschäftigt – ein Überblick

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Wer sich in dem wiedererkennt, was hier steht, und merkt, dass das Gespräch zu zweit nicht mehr weiterführt: Ich biete Einzel- und Paarberatung in Wien an, und für alle, die nicht nach Wien kommen können oder wollen, auch online. Kein Standardprogramm, kein Urteil.

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Häufige Fragen

  • Bin ich meinem Partner gegenüber verpflichtet, ihm zu sagen, dass ich mich selbst befriedige? Nicht im strengen Sinne, nein. Masturbation ist Teil des eigenen sexuellen Erlebens, über das man keine Rechenschaft schuldet. Wenn es aber bereits zum Thema geworden ist, wenn der Partner es weiß und Fragen hat, schafft Offenheit mehr Verbindung als Verschweigen.
  • Ist es normal, dabei nicht an den Partner zu denken? Ja, vollkommen. Fantasien beim Masturbieren sind frei und folgen keiner moralischen Buchführung. Was im Kopf passiert, ist keine Absichtserklärung und keine Aussage über die Beziehung.
  • Mein Partner masturbiert, aber wir haben kaum noch Sex. Was bedeutet das? Das kann viele Ursachen haben: Stress, Erschöpfung, emotionale Distanz, Scham, ein unausgesprochener Konflikt. Masturbation ist dabei in der Regel das Symptom, nicht die Ursache. Das ehrliche Gespräch ist der erste sinnvolle Schritt. Wenn das Gespräch zu zweit nicht mehr gelingt, ist es Zeit, professionelle Begleitung zu holen.
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